Archiv - Festival 2005
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Das Konzept

des 12. Iranischen Theaterfestivals

 

Im Rahmen des Iranischen Theaterfestivals in Köln und in Anlehnung und Fortsetzung an dessen Ideen eines suchenden Festivals, das in verschiedenen Städten veranstaltet wird, planen wir das diesjährige Festival in Köln, Berlin und Kabul zu veranstalten.

Unser Projekt berücksichtigt drei wesentliche Punkte, die hier kurz zusammengefasst werden:

ideelle Gründe

a. die aktive kulturelle Anwesenheit iranischer und afghanischer Exilanten und Emigranten in Deutschland mit dem Ziel der Darstellung der eigenen Kultur als ein Teil des menschlichen Erbe und im Dialog mit der hiesigen Kultur.

b. Der Wille zur Erneuerung der organischen Verbindung zum Heimatland, welches Exilanten und Emigranten aufgrund der heutigen politischen und gesellschaftlichen Lage verlassen mussten.

c. die Festigung der schon vorhandenen Brücken der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien, d. h. das Wiederbeleben der antiken Seidenstraße. Aber diesmal mit neuen Konzepten und mit Rücksicht auf die Besonderheiten heutigen Zeit.

praktische Gründe

d. Die Gemeinsame, ja gar die identische Basis der iranischen und afghanischen Kultur auf der einen, und die traditionelle Zusammenarbeit von Iran, Afghanistan und Deutschland, welche mind. ein Jahrhundert zurück reicht auf der anderen Seite.

e. die praktische und lange kulturelle Erfahrung der Veranstalter des Festivals aus einer sehr erfolgreichen und ernsten siebenjährigen Arbeit in Afghanistan in den Jahren von 1982 bis 1989

f. Der Wunsch und die Bereitschaft der kulturell aktiven afghanischen Bürger in aber auch außerhalb Afghanistans zur Zusammenarbeit mit uns, gestützt auf die gemeinsame siebenjährige Erfahrung.

Programm und Umsetzung

g. Das Projekt soll wie bei den vergangenen elf Festivals in der zweiten Novemberhälfte, die ungefähr dem milden Herbst in Afghanistan / Kabul entspricht, durchgeführt werden. Das Festival selbst haben wir auf neun Tage angelegt.

h. Wir schlagen vor das Projekt drei Tage in Köln, drei Tage in Berlin und drei Tage in Kabul zu veranstalten (es muss beachtet werden, dass jede dieser drei Tage eine Vorbereitungszeit von einer Woche beansprucht)

i. Wir schlagen vor, elf Gruppen zum Projekt einzuladen: drei afghanische (eine aus Deutschland und zwei aus Afghanistan), fünf iranische (aus Europa und den USA) und drei aus Deutschland mit Stücken, deren Inhalt den Ideen des Projektes entsprechen. Dabei denken wir an ein Stück von Schiller gedacht, speziell an Willhelm Tell, der gerade im Allgemeinen für die Freiheit der Nationen und im Konkreten für die Freiheit des Individuums steht. Außerdem gilt das Jahr 2005 als das Jahr Schillers.

j. Da nicht alle elf Stücke in jeder Stadt aufgeführt werden können, wird es ein Komitee geben, das bestimmt welches Stück wo aufgeführt wird, aber mindestens drei bis vier Stücke pro Stadt.

k. Ausführendes Komitee: Das Komitee des Projektes setzt sich aus dem Deutsch – Iranischen Theaterforum e. V. (Veranstalter), dem Kulturamt Köln, dem Goethe-Institut und einem Vertreter der afghanischen Botschaft in Deutschland zusammen. Ausserdem kann jede Institution, die dem Projekt finanzielle Hilfe zusagt, durch einen Repräsentanten im Komitee vertreten sein.

 

Annmerkung 1: Dieses Projekt wird mit dem Einverständnis des ausführenden Komitees auch einen theoretischen Teil beinhalten. Durch Vorträge und Podiumsdiskussionen über Schillers und Goethes Werke und Gedankenwelt soll die kulturelle und künstlerische Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern vertieft werden.

Anmerkung 2: Falls wir mit der Planung in Kabul nicht erfolgreich sein sollten, haben wir als dritte Stadt London ausgewählt.

 

In der Hoffnung auf ein besseres Morgen.

 

Madjid Mir-Fallahzadeh